Verspannt

Angespannt
Verspannt, verkrampft
Doch das Loslassen
Das Fallenlassen
Will nicht klappen

Seil kurz vor dem Reißen.

© Hannes Hartl, 11.-14. Januar 2019

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Eingeordnet unter Liebesschnipsel, Lyrik

Süße Melancholie

Diese Zeichnung wurde angeregt durch einen Kommentar der lieben Tete. Ich hoffe, sie verzeiht mir, dass ich mich eines ihrer Zitate bedient habe.

Frau mit Zigarette in einem Café.

© Hannes Hartl, 16. Januar 2019

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Eingeordnet unter Zeichnungen

Unabgeschlossen

Manche Türen
Lassen sich nicht
Einfach schließen

Da hilft es kaum
Sie mit Wucht
Zuschlagen zu wollen

Erst muss man
Prüfen
Was da klemmt

Doch gibt es
Auch Türen, die
Sollen offen bleiben

Vielleicht kommt
Irgendwann dann
Ein Windstoß

Vielleicht auch
Schließen sie
Sich nie

Geöffnete Tür.

© Hannes Hartl, 14. Januar 2019

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Eingeordnet unter Liebesschnipsel, Lyrik

Lautes Schweigen

Wir überhören gern
Das Schweigen
Dabei ist es oft
Lauter noch als
Jeder Schrei

Finger vor Lippen.

© Hannes Hartl, 19. Dezember 2018

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Eingeordnet unter Liebesschnipsel, Lyrik

Den Moment inhalieren

Es gibt Situationen, in denen ich gern Raucher wäre; in denen es mir scheint, als wäre Rauchen passend zur Stimmung des Moments. Ich kann nicht genau erklären, wie ich das meine. Es ist ein undefiniertes Gefühl der Melancholie.

Wobei man wissen sollte: Für mich ist Melancholie bis zu einem gewissen Grad nichts Negatives. Es ist eine Facette des Lebens, die mir sehr wahr vorkommt. Es ist eben nicht alles süß, was uns so begegnet.

Ich bin Nichtraucher und habe in meiner Jugend nur eine kurze Phase gehabt, in der ich ab und zu mitgeraucht habe. Und meist war es dann eben in so einer Stimmung. Eventuell noch gepaart mit einer pubertären Scheiß-egal-Haltung dem eigenen Sein gegenüber gemischt mit ein wenig Alkohol im Kopf.

Vielleicht ist es einfach der Wunsch, den Moment ganz in sich aufsaugen zu können; ihn zu inhalieren und ins Blut übergehen zu lassen. Ganz in diesem einen Moment; im Jetzt sein. Warum ich das mit Rauchen verknüpfe? Keine Ahnung.

Rauchende Zigarette.

© Hannes Hartl, 19. Dezember 2018

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Eingeordnet unter Impressionen, Liebesschnipsel

Vom Leben gezeichnet

Linien und Flächen
Von Meister Leben
Auf die Leinwand
Des Zufalls geworfen

Gesicht auf grauem Hintergrund.

Ist es unser Blick
Der aus
Linien und Flächen
Ein Kunstwerk macht?
Sehen wir es hinein?

Denn was einer
Als Kunstwerk sieht
Ist vielleicht
Nur Schmutz
Auf einem Eimer

Mülleimer mit Schmutzfleck.

Doch die Schönheit
Ist auch ohne uns
Schon in der Welt
Ob wir hinsehen
Oder nicht

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Eingeordnet unter Liebesschnipsel, Lyrik

Lichtkraft

Wenn der Winter langsam
In unser Leben zieht
Uns täglich mehr
Die Sonne entzieht

Dann spüren wir
Die Anziehungskraft
Der Lichter
Umso mehr

Den Sternenhimmel
Wollen wir uns kopieren
Aus Bauwerken werden
Kunstwerke des Lichts

Beleuchtete Bürogebäude im Dunkeln am Bahnhof.

Der perfekte Kontrast
Schwarz und Weiß im Widerstreit
Licht wehrt sich gegen
Die verschluckende Dunkelheit

© Hannes Hartl, 14. Dezember 2018

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Eingeordnet unter Liebesschnipsel, Lyrik

Entschlüsseln

Kannst du mich entschlüsseln
Meine Botschaften dechiffrieren?
Oder drehst du verdutzt die Scheiben
Weil die Zeichen falsch stehen?

Decodierscheibe.

Hab ich dich richtig verstanden
Zwischen deinen Zeilen gelesen?
Oder hab ich die falschen Codes?
Kommen deine Signale nicht an?

Manchmal
Funkt man auf der selben Frequenz
Und das Verstehen ist ganz leicht

Manchmal
Hört man nur Fetzen im Rauschen
Und jedes Wort ist Anstrengung

Manchmal
Kann man die Einstellung ändern
Um den Empfang zu verbessern

Manchmal
Schaltet man besser auf Funkstille
Um keinen kalten Krieg auszulösen

© Hannes Hartl, 13. Dezember 2018

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Eingeordnet unter Liebesschnipsel, Lyrik

Schreibsucht

Ich weiß nicht, wie es anderen Schreibenden damit geht, aber ich stehe immer wieder einer Angst gegenüber. Der Angst, irgendwann nichts mehr schreiben zu können. Der Angst, irgendwann alles geschrieben zu haben.

Wörter auf Papier.

Meist kommt dann das Leben und schenkt mir eine neue Situation oder einen neuen Blickwinkel.

Doch warum diese Angst? Wo ich doch nicht auf das kreative Schreiben angewiesen bin. Die Betonung auf das kreative Schreiben mache ich deshalb, weil ich meinen Beruf als technischer Redakteur durchaus auf das Schreiben angewiesen bin. Aber das ist eine ganz andere Art des Schreibens.

Ich denke, das kreative Schreiben ist fast zu einer Art Sucht für mich geworden. Es aktiviert zumindest mein Belohnungssystem.

Vielleicht ist der Begriff ‚Sucht‘ falsch. Es lässt sich vermutlich eher so begreifen: Ich könnte ohne das Schreiben leben, wenn es motorisch nicht mehr ginge oder es mir per Androhung des Todes verboten würde. Doch dann hätte ich vermutlich trotzdem immer wieder neue Gedichte und Geschichten im Kopf. Es ist ein Teil von mir und wenn es wegfiele, wäre ich nicht mehr ganz. Es ist also die Angst etwas zu verlieren, was mich selbst ausmacht.

Aber zur Not schreib ich einfach über das Schreiben und warte auf das nächste Geschenk. ;)

© Hannes Hartl, 07. Dezember 2018

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Eingeordnet unter In eigener Sache, Liebesschnipsel

Raubtier

Wie heißt
Das größte, schnellste, stärkste
Raubtier auf dieser Erde?

Es ist die Gier
Sie frisst alles auf
Sie frisst uns a…

Raubtier mit weit geöffnetem Maul.

© Hannes Hartl, 04. Dezember 2018

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Eingeordnet unter Liebesschnipsel, Lyrik