Schlagwort-Archive: Liebe

Herzwellen

Ich spüre deine
Herzwellen sanft
An meine
Herzufer schlagen

Und ich bete still
Dass sie nie
Verebben mögen

Trotz der Wirbel
In und auf
Meinem Kopf

Herz im Wasser mit ringförmigen Wellen.

© Hannes Hartl, 03. Dezember 2018

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Zu weit weg

Der Vollmond hat bereits
Strahlend seinen Dienst
Angetreten
Als ich noch
Auf Reisen bin

Viel zu lang
Ist heut der Weg
Viel zu wenig
Zeit mit dir
Wird bleiben

Meine Kräftekonto
Hab ich für heut
Voll ausgeschöpft
Brauch deine Arme
Zum Aufladen

Gesperrter Weg mit Umleitung.

© Hannes Hartl, 22. November 2018

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Ritter Josh

Josh ist ein Ritter
Ein Ritter der Straße
Zumindest sieht er sich
Als Ritter

Täglich zieht er
Auf seinem Board
Auf Aventiure
Für den Fame

Es geht
Nicht um den Sieg
Nicht um Leben
Oder Tod

Es geht um
Den nächsten Trick
Den nächsten Clip
Den Respect

Und vielleicht geht es
Auch darum
Joyce zu beeindrucken
Minnesang auf Rollen

© Hannes Hartl, 13.-15 November 2018

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Zeitlose Zeitpunkte

Im Leben
Kommt es oft
Auf’s Timing an

Die Pointe erzielt erst
Zum rechten Zeitpunkt
Die volle Wirkung

Die wahrsten Worte können
Zur falschen Zeit gesprochen
Verheerende Folgen haben

Eine falsche Tat verhindert
Im rechten Momen getan
Eine größere Katastrophe

Doch dann wiederum
Sind da Momente
Die zeitlos wirken

Die ohne Zeitplan auskommen
Bei denen Timing das Letzte ist
Auf das es ankommt

Vor allem sind es Momente
Die nur aus Du und Ich
Bestehen

In denen wir uns
Höchstens vor dem
Endpunkt fürchten

Zeitrahl und Uhr.

© Hannes Hartl, 9.-14. November 2018

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Kuschelzeit

Schon liegt in der Luft
Der erste Schneegeruch
Und kürzer wird der Tag

Herbstlaub auf Pflastersteinen.

Das Blätterwerk der Bäume
Erstrahl in vollen Farben
Glüht gar im Sonnenschein

Während die Welt sich
Zum Schutz bedeckt
Suchen wir die Wärme
Bei unsren Liebsten

Die schönsten Orte
Liegen im Herbst oft
Unter warmen Decken

© Hannes Hartl, 26. Oktober 2018

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In Wahrheit II

In Wahrheit
Gibt es doch
Ein paar Funken
Der Wahrheit
Bei denen ich
Mir sicher bin
Sie größtenteils
Richtig gedeutet
Zu haben:
Die Funken
Vom Wir

Mann, der etwas unter seiner Jacke beschützt.

© Hannes Hartl, 22./23. Oktober 2018

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Auf dem Steg

Wir liegen
Über dem Grurgeln
Und Schmatzen
Der Wellen

Der Steg
Lässt uns wachsen
Und schweben
Für einen Moment

Die Sonne
Blinzelt uns zu
Und wärmt
Unsere Seelen

Auf der Haut
Trocknen die letzten
Salzigen Tropfen
Des kühlen Bades

Und wir lauschen
Den wenigen Worten
Die der Wind
Dem Meer zuflüstert

Badesteg am Meer.

© Hannes Hartl, 02. September 2018

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Mondmilch

Wie Milch fließt der Regen im Mondschein über das Kopfsteinpflaster. Mit leerem Blick beobachtet Rick die unzähligen Tropfen. Sie fallen auf die Steine, prasseln davon ab, strömen in kleinen Rinnsalen in die Fugen und werden schließlich zu Miniaturseen aus Mondmilch.

Rick konzentriert sich komplett auf den Regen und für ein paar kostbare Momente herrscht so etwas wie Ruhe in seinem Kopf.
Das war doch mal seine Stärke gewesen. Volle Konzentration. Das Ding eiskalt durchziehen. Einen klaren Kopf behalten. Warum hatte er es dieses Mal nicht hinbekommen? Dieses eine verdammte Mal.

Rick schüttelt seinen Kopf, blickt in den Becher in seiner Hand und schwenkt den Inhalt vorsichtig hin und her. Ein Schluck bleibt ihm noch.
Normalerweise hatte er kein Problem mit seinem Job. Er konnte nicht sagen, dass er liebte, was er tat. Aber wer konnte das schon. Er tat eben, was er gut konnte. Doch dieses Mal hatte er versagt.

Ihr Gesicht erscheint wieder und wieder vor seinem inneren Auge. Ihr trauriger Blick als sie sagte:
„Ich weiß, dass Tom dich geschickt hat. Ich weiß, dass du nichts dafür kannst, Rick. Lass es uns hinter uns bringen.“
Doch er konnte es nicht tun. Er hatte die Pistole sinken lassen. Sie war ihm um den Hals gefallen und flüsterte:
„Tu das nicht, Rick. Nicht für mich. Du weißt, was das bedeutet.“
Er wusste es. Er kannte die Regeln. Das Gesetz aus Blut und Blei. Er genoß für einen Augenblick noch ihre Wärme, ihren Duft, ihre weichen Finger auf seinem Arm. Dann schob er sie von sich. Nicht grob, aber bestimmt.

Sie blickten sich in die Augen, doch er konnte ihren Blick nicht lange erwidern. Sonst hätte er sich wieder darin verloren. Wie er sich damals schon darin verloren hatte, als sie in seine Klasse gekommen war. Wie er sich immer wieder darin verloren hatte, bis sie sich aus den Augen verloren hatten.
„Geh jetzt, Mia.“, stieß er hervor.
Sie zögerte noch. Blickte suchend umher. Rang mit den Worten. Doch es gab nichts mehr zu sagen außer:
„Danke, Rick.“

Als sie in den Regen hinauslief, sah er ihr noch ein Weile hinterher. Warum musstest du dich damals für Tom entscheiden, Mia? Ausgerechnet Tom, diesen Wichser. Und warum in aller Welt hatte Rick diesen Auftrag angenommen? Er hätte sie schon auf dem Foto erkennen müssen. Aber sie hatte sich sehr verändert seit damals. Und sie war getarnt. Tom muss gewusst haben, dass er sie nicht töten könnte. Dieser Bastard. Wollte er ihn auf die Probe stellen?

Er steckte die Waffe in seine Jacke. Dann trat auch er in den Regen und fing an zu gehen. Wohin, das wusste er nicht. Er ließ seine Füße entscheiden. Einfach nur weg. Weit weg. Auch, wenn er wusste, dass es nichts bringen würde, sein Überlebenstrieb klammerte sich an diesen letzten Strohhalm. Weg, Rick. Geh einfach weg.

Irgendwann war er mit völlig durchnässter Kleidung in einem Banhofs-Café gelandet. Er hatte keine Ahnung, wie spät es war. Ihm war kalt. Er brauchte etwas, um sich zu wärmen und bestellte einen Kaffee.

Er blickt wieder in seinen Pappbecher, seufzt und trinkt den letzten Schluck aus. Dann geht er hinaus.

Es ist seltsam still draußen. Kein Auto, kein Mensch, kein Leben. Nur der Regen und das Kopfsteinpflaster und nun Ricks Schritte. Nach einigen Metern hört er eine bekannte Stimme hinter sich:
„Richard! Richard Stern!“
Niemand nennt ihn Richard. Niemand nennt ihn so, nichtmal seine Eltern. Nur einer nennt ihn Richard.
„Das war ein Fehler, Richard!“
Rick müsste sich eigentlich geschmeichelt fühlen. Tom kümmert sich selbst um die Sache. Doch Rick ist es egal. Er geht weiter ohne sich umzudrehen, ohne zu zögern. Er spürt kaum den Einschlag in seinem Rücken. Auch nicht den zweiten oder den dritten. Er hört nicht die Schüsse. Er konzentriert sich auf den Regen und geht weiter. Er konzentriert sich auf die unzähligen Tropfen. Sie fallen auf die Steine, prasseln davon ab, strömen in kleinen Rinnsalen in die Fugen und werden schließlich zu Miniaturseen aus Mondmilch. Mondmilch, die sich rosa färbt, als Rick aufs Pflaster niedersinkt.

Pfütze auf Kopfsteinpflaster.

© Hannes Hartl, 25. Juli 2018

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Eingeordnet unter Kurzgeschichtliches

Ungestutzt

Bei dir
Hab ich
Wurzeln geschlagen

Bei dir
Wachs ich
Mich fest

Für dich
Muss ich
Nichts biegen
Oder brechen

Bei dir
Komm ich
Ungestutzt davon

Zwei Bäume.

© Hannes Hartl, 24. Juli 2018

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Eingeordnet unter Liebesschnipsel, Lyrik

Einfach

Alles ist
Mit einem Mal
So leicht

So leicht
Als schwebten wir
Gemeinsam

Ich bin
Bei dir
Du bist
Bei mir

So einfach
Kann es sein
Das Leben

Kuschelndes Paar.

© Hannes Hartl, 18. Juli 2018

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Eingeordnet unter Liebesschnipsel, Lyrik