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Hohe See

Ich treibe
Wie eine kleine
Nußschale
In der Weite
Der hohen See

Um mich
Türmen sich
Übermächtig
Wellen
Hilflos-ich-keit

Kleines Boot auf einer großen Welle.

Gleichwohl
Gebe ich mich
Mit scheinbarem
Gleichmut hinein
In den Sturm

Wohl wissend
Dass unnötiges
Rudern
Zwar Schaum
Mich aber nicht
Raus bringt
Aus diesem
Albtraum

Kein Aufgeben
Sondern Aufschauen
Lass den Blick
Schweifen
Den nächsten
Silberstreif greifen

© Hannes Hartl, 03. & 04. Dezember 2018

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Abschied

Eine kleine Elfengeschichte inspiriert von dem schönen Beitrag von Puzzleblume: Wohin verschwinden Elfen im Herbst? und den tollen Kommentaren zu diesem Beitrag.

Roruan sah sie traurig an.

„Musst du wirklich schon los?“

Mawuina drückte den schlacksigen Elf noch einmal fest an sich. Etwas zu fest, dachte sich Roruan, aber er liebte die Geborgenheit ihrer starken Arme.

„Ach Ro, du weißt doch, dass der Winter schon anklopft und es Zeit wird, gen Süden zu ziehen.“

Der junge Elf schaute in die Ferne.

„Ja, ich weiß. Ihr Wanderelfen vertragt den Winter nicht.“

Lachend fuhr er fort:

„Ein seltsames Volk seid ihr. Den Winter nicht mögen. Tses.“

Mawuina lachte nun ebenfalls.

„Ach, und ihr Winterelfen seid besser? Noch nichts von der Welt gesehen aber große Töne spucken.“

Roruan breitete die Arme aus, während er sich schwebend um sich selbst drehte.

„Du weißt doch gar nicht, wie schön es ist zusammen mit den Schneeflocken zu tanzen. Herrlich.“

„Du Träumer. Du kannst mir ja von deinen tollen Tänzen erzählen, wenn ich zurück bin. Ich werde so lange durchs Steppengras sausen und mich in der Wärme räkeln.“

Die Elfin gab ihm einen zärtlichen Stupser auf die Nase und wollte schon aufbrechen, da zog er sie an sich und gab ihr einen Kuss.

„Du glaubst doch nicht, ich lass dich einfach so ziehen.“

Jetzt küsste sie ihn grinsend zurück.
Von der Ferne näherte sich ein anderer Elf.

„Mawuina! Mawuina, kommst du?“

Roruan winkte Mawuinas Bruder zu.

„Hi Towuin!“

Towuin flog heran aber ignorierte Roruans Begrüßung.

„Wir sind alle abflugbereit. Alle außer dir und Sawuin natürlich.“

Mawuina seufzte.

„Schon gut, Bruderherz. Ich bin unterwegs.“

Roruan schüttelte den Kopf, während Towuin wieder zu seiner Familie flog.

„Ob er es je akzeptieren kann, dass wir zusammen sind?“

„Ach Ro, der ist einfach eifersüchtig, dass du so viel Zeit mit seiner Lieblingsschwester verbringst. Er wird sich schon daran gewöhnen.“

Noch einmal drückte Mawuina ihn fest an sich.

„Schade, dass Kejuani nicht da sein kann.“

Roruan nickte.

„Ich richte ihr Grüße aus.“

„Ach, du mein Schatz! So lange sind wir ja zum Glück gar nicht getrennt.“

Sie gab ihm einen zärtlichen Kuss auf die Nase, dann schwang sie sich in die Luft.

Als Roruan ihr zum Abschied winkte, bemerkte er, dass seine Haut am Arm sich verfärbt hatte. Die warmen Farben des Sommers wichen langsam dem klitzernd weißen Winterkleid.

Er lächelte. Dann war es wohl wirklich Zeit für die Wanderelfen loszuziehen. Er sah Mawuina und ihrer Familie noch eine Weile nach und seufzte, halb glücklich, halb wehmütig.

„Bis bald, Mawuina, Feuertochter des Windes.“

Dann machte er sich auf die Suche nach Kejuani, der Waldelfin, um ihr von Mawuinas Abschied zu berichten.

Zwei Elfen.

© Hannes Hartl, 02. & 03. Dezember 2019

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Spruch #006

Wer eine große
Innere Haltung hat
Muss nicht über sich
Hinauswachsen
Um Größe zu zeigen.

Aquarell von Stadthäusern in Paris.

© Hannes Hartl, 14. November 2019

An dem Bild arbeite ich übrigens schon länger. So sahen die Vorzeichnung und das Vorlagenfoto aus:

Vorzeichnung und Fotovorlage für ein Aquarell.

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Nachhall

Deine Worte
Hallen in mir nach
Prallen ab
Von den Wänden
Prallen ab
Prallen ab
Prallen ab

Da ist nichts
Was sie
Schlucken könnte
Sie wollen mir
Nicht eigen werden

Darum frage ich dich
Nach dem Sinn
Nach dem wahren
Klang
Deiner Worte

Bis sie endlich
Ruhe
In mir finden
Frieden
In mir finden
Und aushallen
Können

© Hannes Hartl, 18. u. 19. November 2019

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Unbegrenzbar

Du kennst keine Grenze
Hast es nie gelernt
Du ignorierst komplett
Die Bedürfnisse Anderer
Die Bedürfnisse deiner Selbst

Jung bist du
Doch alt siehst du aus
Kommst du bei
Deinem eigenen Tempo
Überhaupt noch mit?

Durchbrochene Ziegelmauer.

© Hannes Hartl, 12. – 14. November

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Ruhe im Sturm

Während der Sturm
Aus tausend Sorgen
Bedrohlich
An den Fensterläden
Deines Lebens
Rüttelt
Mögest du mit
Wachem Geist
Und ruhiger Seele
Bedacht werden

Wirbelsturm vor einem kleinen Haus.

© Hannes Hartl, 08. November 2019

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Sportlich

Eine kleine, symbolische Szene.

Chef:
„Wir sind ein modernes, sportliches Unternehmen. Ich will, dass in alle unsere Fahrzeuge Sportwagefahrwerke eingebaut werden.“

Ingenieur:
„OK, das können wir tun. Aber ich bezweifle, dass es sinnvoll ist, Sportwagenfahrwerke in Transporter eizubauen.“

Chef:
„Doch, doch. Dann sehen die sportlicher aus und können schneller fahren. In zwei Wochen erwarte ich einen fahrbaren Prototyp.“

Ingenieur:
„Dazu müssen wir einige Modifikationen am Fahrwerk vornehmen. Das braucht Zeit. Sonst kracht uns das Fahrzeug zusammen.“

Chef:
„Ach, da schweißt man ein paar Streben dran, dann passt das schon. In der Cabrio-Abteilung geht das problemlos. “

Ingenieur:
„Ich glaube nicht…“

Transporter in Racing-Optik.

Chef:
„Ich hab da was im Internet gesehen. So schwer kann das nicht sein. Wir sehen uns dann in zwei Wochen. Und vergessen Sie nicht die Sportsitze und die Spoiler. Es muss sportlich aussehen.“

Ingenieur:
„Seufz“

© Hannes Hartl, 04. November 2019

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Mehr Sein

Bei all der Komplexität
Unserer digitalen Welt
Fragt man sich doch
Ob sich der ganze Kram
Wirklich lohnt
Ob es nicht
Einfacher ginge
Weniger Meta
Mehr Sein

On/Off-Schalter.

© Hannes Hartl, 28. Oktober 2019

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Meine Hexe

Du meine
Kleine Hexe
Hast mich verzaubert
Und zu deinem
Abraxas gemacht

Nimmst du mich mit
Auf deinem Besen?
Ist da noch Platz
Nebst Spatz und Katz?

Eine Hexe im Flug auf einem Besen mit Rabe, Katze und Spatz.

Ich will dir auch
Derweil
Ein Liedlein
Krächzen

© Hannes Hartl, 23. Oktober 2019

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Spruch #004

Das ist ein Motiv, das ich ähnlich schon vor längerer Zeit mal entworfen hatte. Eigentlich sollte es auch ein T-Shirt-Motiv werden. Dazu kam es aber nie. Aber da ich den Spruch so mag, veröffentliche ich es jetzt hier. Grinsender Muffin.

Muffin really matters. 😁

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