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Waldleuchten

Am Wochenende bin ich wieder zum Malen gekommen. Ich hab mich an einer kleinen Waldszene versucht.

Aquarellgemälde mit Waldmotiv.

Das war das Referenzfoto, dass ich auf einem Spaziergang geschossen habe:

Foto einer Szene aus dem Wald.

Ich war so fasziniert von dem Lichtfall, dass ich mich mal daran versuchen wollte. Ganz zufrieden bin ich mit dem Ergenbis nicht, aber es ist ja auch ein steter Lernprozess.

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Wintergrün

Im Winter
Wenn das Grün
Rar geworden
Freut die Seele
Jedes satte Schimmern
Das
In seltener Sonne
Sein ganzes Leuchten
Zeigt

Von Efeu überrankte Bäume.

© Hannes Hartl, 10. Januar 2020

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Vom Licht gemalt

Alles das
Was wir sehen
Wurde uns
Ganz vergänglich
Und zart
Vom Licht
Ins Auge
Gemalt

Foto einer Straße mit Weihnachtsbeleuchtung.

© Hannes Hartl, 02. Dezember 2019

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Abschied

Eine kleine Elfengeschichte inspiriert von dem schönen Beitrag von Puzzleblume: Wohin verschwinden Elfen im Herbst? und den tollen Kommentaren zu diesem Beitrag.

Roruan sah sie traurig an.

„Musst du wirklich schon los?“

Mawuina drückte den schlacksigen Elf noch einmal fest an sich. Etwas zu fest, dachte sich Roruan, aber er liebte die Geborgenheit ihrer starken Arme.

„Ach Ro, du weißt doch, dass der Winter schon anklopft und es Zeit wird, gen Süden zu ziehen.“

Der junge Elf schaute in die Ferne.

„Ja, ich weiß. Ihr Wanderelfen vertragt den Winter nicht.“

Lachend fuhr er fort:

„Ein seltsames Volk seid ihr. Den Winter nicht mögen. Tses.“

Mawuina lachte nun ebenfalls.

„Ach, und ihr Winterelfen seid besser? Noch nichts von der Welt gesehen aber große Töne spucken.“

Roruan breitete die Arme aus, während er sich schwebend um sich selbst drehte.

„Du weißt doch gar nicht, wie schön es ist zusammen mit den Schneeflocken zu tanzen. Herrlich.“

„Du Träumer. Du kannst mir ja von deinen tollen Tänzen erzählen, wenn ich zurück bin. Ich werde so lange durchs Steppengras sausen und mich in der Wärme räkeln.“

Die Elfin gab ihm einen zärtlichen Stupser auf die Nase und wollte schon aufbrechen, da zog er sie an sich und gab ihr einen Kuss.

„Du glaubst doch nicht, ich lass dich einfach so ziehen.“

Jetzt küsste sie ihn grinsend zurück.
Von der Ferne näherte sich ein anderer Elf.

„Mawuina! Mawuina, kommst du?“

Roruan winkte Mawuinas Bruder zu.

„Hi Towuin!“

Towuin flog heran aber ignorierte Roruans Begrüßung.

„Wir sind alle abflugbereit. Alle außer dir und Sawuin natürlich.“

Mawuina seufzte.

„Schon gut, Bruderherz. Ich bin unterwegs.“

Roruan schüttelte den Kopf, während Towuin wieder zu seiner Familie flog.

„Ob er es je akzeptieren kann, dass wir zusammen sind?“

„Ach Ro, der ist einfach eifersüchtig, dass du so viel Zeit mit seiner Lieblingsschwester verbringst. Er wird sich schon daran gewöhnen.“

Noch einmal drückte Mawuina ihn fest an sich.

„Schade, dass Kejuani nicht da sein kann.“

Roruan nickte.

„Ich richte ihr Grüße aus.“

„Ach, du mein Schatz! So lange sind wir ja zum Glück gar nicht getrennt.“

Sie gab ihm einen zärtlichen Kuss auf die Nase, dann schwang sie sich in die Luft.

Als Roruan ihr zum Abschied winkte, bemerkte er, dass seine Haut am Arm sich verfärbt hatte. Die warmen Farben des Sommers wichen langsam dem klitzernd weißen Winterkleid.

Er lächelte. Dann war es wohl wirklich Zeit für die Wanderelfen loszuziehen. Er sah Mawuina und ihrer Familie noch eine Weile nach und seufzte, halb glücklich, halb wehmütig.

„Bis bald, Mawuina, Feuertochter des Windes.“

Dann machte er sich auf die Suche nach Kejuani, der Waldelfin, um ihr von Mawuinas Abschied zu berichten.

Zwei Elfen.

© Hannes Hartl, 02. & 03. Dezember 2019

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Im Kerzenschein

Bei all der Dunkelheit
Des Winters
Tauchen wir gerne
Die Welt
Für ein paar Momente
In Kerzenschein

So wird nur
Das erhellt
Und fokussiert
Was uns
Nahe steht
Was uns gerade
Wichtig scheint

Brennende Kerzen.

Der Blick ins
Ruhige Flackern
Gibt uns
Die Möglichkeit
Gedanken zu verlieren
Und nur
Die guten
Wieder einzusammeln

© Hannes Hartl, 25. November 2019

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Abendblau

Blaues Federkleid
Hat sich
Auf den Tag
Gelegt
Und Winterwinde
Kündigen
Mit fernem Hufschlag
Ihre Ankunft an

Beleuchtete Bushaltestelle in einer Stadt am Abend.

© Hannes Hartl, 06. November 2019

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Stehen und warten

Seit ein paar Jahren verfolge ich American Football und das Spiel zieht mich immer mehr in den Bann. Dabei faszinieren mich nicht das pure Aufeinanderprallen von Muskelbergen oder das aufgespielte Gehabe mancher Spieler, sondern die strategischen Finessen hinter dem Getummel.

Sei es, wie es sei. Auf dem Weg zur Super-Bowl-Party schickte mir meine Frau eine kleine Vorlage, aus der folgender Text entstanden ist:

American Football hat viel mit einer winterlichen Heimfahrt im Bummelzug gemeinsam. Es besteht viel aus Stehen und Warten. Warten auf ein bestimmtes Signal. Vor einem dampft der Atem in der kalten Luft. Man ist froh über die schützende Kopfbedeckung. Die Anspannung steigt. Man darf die Linie nicht zu früh übertreten. Das würde böse bestraft. Dann geht’s los. Große Action für ein paar Meter. Dann wieder ein Stopp. Ein paar Leute raus; andere rein. Zug für Zug übers Feld.
Das Sagen hat der Mensch mit Pfeife und Mütze. Der schaut auch, dass alles mit rechten Dingen zugeht.
Man muss wissen, wo man hin will; sich Strategien zurechtlegen. Doch die großen Pläne wurden von Akteuren im Hintergrund ausgetüftelt. Die sagen an, wo es lang geht. Da kommt’s sehr auf’s Timing an; auf die richtige Abstimmung. Und wenn’s da hapert, dann wird man zum machtlosen Spielball, der nicht pünktlich am Ziel ankommt; der hart auf dem Boden der Tatsachen landet.
Dann muss man noch mehr stehen und warten.

American-Football-Spieler mit Ball.

Da gehen einem die motivierenden Worte der Liebsten durch den Kopf. Du erinnerst dich an die süßen Küsse, die stürmische Begrüßung, wenn man es geschafft hat. Das gibt neuen Mut. Jetzt bloß nicht aufgeben. Es sind doch nur noch wenige Meter bis zur Ziellinie. Ruhe bewahren; Kräfte sammeln. Lass dir was einfallen. Zur Not geht immer noch: Kopf runter und einfach laufen. Da hörst du dann nicht auf dein lädiertes Knie. Die paar Schritte muss es halten.
Und dann flutscht es plötzlich. Alles klappt. In deinem Kopf ein Freudenfeuerwerk. Mit einem Hechtsprung fliegst du über die magische Schwelle. Zeit für’s Konfetti.

© Hannes Hartl, 04. Februar 2019

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Spaziergang in Winterkälte

Das weite Himmelmeer
In strahlendem Blau
Liegt völlig ruhig

Die dünnen Eisplatten
Unter den Schuhen
Krachen laut und satt

Die klirrende Winterluft
Kriecht frisch und hart
In alle Enden der Lunge

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Kinderwagenwalzer

Draußen tanzen Mütter
Miteinander Kinderwagenwalzer
In der frischen Wintersonne

Beschwingt rollen die Wagen
Im Rhythmus vor und zurück
Für den ruhigen Kinderschlaf

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Schwarze Eisberge

Schwarze Eisberge
Hängen tief
Über der Stadt

Kurz vor Untergang
Kämpft die Sonne
Mit letzten Strahlen

Blutrot gefärbt
Das Schlachtfeld
Himmel

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