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Gedankenspaziergang

Bei diesem Gedicht sei Tete und ihrem schönen Beitrag Information für die Inspiration gedankt.

Schließ die Augen
Und öffne deine
Gedankentüre
Für eine Spaziergang

Mit wenigen Gedankensprüngen
Bewegst du dich entspannt
Aus dem Grau
Des Alltags

Spürst du nicht schon
Den leise knirschenden Kies
Des Waldwegs
Unter deinen Füßen?

Ein leichter Hauch
Kitzelt kühl deine Nase
Und trägt störende Gedanken
Sanft davon

Durch die Bäume
Streicheln dich
Die wärmenden Strahlen
Der Sonne

Mit ruhigem Atem
Nimmst du
Neue Energie
In dich auf

Dein Blick darf
Ins Leere fallen
Ins Ferne schweifen
Sich an Schönheit laben

Irgendwann hast du
Dich vollgesogen
Mit all diesen
Eindrücken

Dann nimm dir
Noch einen Moment
Oder zwei
Vor deiner Rückkehr.

Gehende Beine in einer Gedankenblase.

© Hannes Hartl, 06./07. November 2018

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Die Burg im Dschungel #009

Mit verzweifelter Kraft kämpfte er sich wieder nach oben. Doch das Wasser holte in schnell ein. Offenbar konnte durch den Abfluss deutlicher weniger Wasser abfließen, als derzeit in den Graben hineinströmte. Bald schwappten kleine Wellen an seine Knöchel und seine Füße fingen an zu rutschen. Schon war der Kampf verloren und er platschte ins Wasser. Die Strömung zerrte ihn sofort ans Ende des Grabens. Dort entstand ein Sog, weil die Wassermassen versuchten, durch die kleine Öffnung am Boden des Grabens weiterzufließen. Nur mit Not konnte er sich über Wasser halten. Panik breitete sich in ihm aus. Verzweifelt rief er nach seiner Mutter. Diese versuchte ebenso verzweifelt und erfolglos ihn am Seil zurück zu ziehen.

Als Petes Hoffnung schon am Schwinden war, wurde er plötzlich an den Schultern gepackt und nach oben gezogen. Bevor er verstand, was geschehen war, wurde er sanft auf dem Boden abgelegt. Jetzt befand er sich wieder auf der anderen Seite, war aber in Sicherheit. Er blickte auf und sah, wie ein riesiger Falke mit steinfrauem Gefieder sich über ihm in die Höhe schwang. Verdutzt sah Pete ihm hinterher, wie er eine Schleife flog und schließlich auf Caroll zusteuerte. Diese erschrak und wollte sich wehren. Aber der Falke blieb unbeindruckt und packte auch sie an den Schultern. Kurz darauf waren Caroll und Pete wieder vereint.

Sie staunten dem Falken hinterher, der noch kurz über ihnen kreiste, wie zum Gruß mit dem Kopf nickte und schließlich aus ihrem Blickfeld verschwand.

Falke im Flug.

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Die Burg im Dschungel #007

Nachdem Pete seinen Rucksack in Graben hinab gelassen und den Haken wieder sicher auf seiner Seite verankert hatte, begann er mit dem Abstieg.
Doch sobald er unten angekommen war, wurde es knifflig. Er musste den Haken nun gelöst bekommen. Er spannte also das Seil mit all seiner Kraft, um es dann rugartig zu lockern. Pete fluchte laut darüber, dass sie nur ein Seil mitgenommen hatten. Ihm graute schon davor, die ganze Prozedur auf dem Rückweg erneut ausführen zu müssen. Doch nach einigen schweißtreibenden Versuchen gelang es ihm.
Nun musste das Seil samt Haken also wieder auf der anderen Seite hinauf. Das war aber kein so großes Problem. Nachdem er den Haken mit einem kräftigen Schwung über die Kante befördert hatte, musste ihn Caroll nur noch aufnehmen und sicher befestigen.

Schon nach kurzer Zeit hatte sie eine geeignete Stelle gefunden. Pete rieb sich den Schweiß von den Händen und tauchte sie in den Magnesiabeutel, der zu seiner Kletterausrüstung gehörte. Dann ging es los. Auch Pete wagte den Aufstieg.

Pete schwitzt.

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Lauf am Abend

Der Mond so dünn
Wie der Fleck
Einer Milchtasse
Die jemand
Auf der Himmelstischdecke
Abgestellt hatte

Ich laufe
In Richtung Sonne
Die mit letzter Glut
Die Zuckerwattewolken
Rosa und golden
Färbt

Und die Vögel
Singen dazu
Ihr liebliches Nachtlied
Während über mir
Die Fledermäuse aufgeregt
Zum Tanze flattern

Jogger auf Waldweg.

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Die Burg im Dschungel #005

Nachdem die Beiden den eng ummauerten Burggraben ausgiebig begutachtet und fotografiert hatten, widmeten sie sich der entscheidenden Frage: Wie sollten sie auf die andere Seite gelangen? Die Überreste der Zugbrücke, die einst den Burgbewohnern Zutritt ermöglicht hatte, lagen morsch im Graben. Die eiserenen Ketten, mit denen man die Brücke hoch und runter gelassen hatte, hingen rostend aus den dazugehörigen Öffnungen in der Burgmauer.

„Wir könnten einen Baum aus dem Wald holen und über den Graben legen.“, schlug Pete vor. Doch Caroll schüttelte den Kopf.
„Zu zweit und ohne Kettensäge brauchen wir ewig, den passenden Baum zu finden und her zu schleppen. Wenn wir das überhaupt zu zweit schaffen würden. Ich schlage vor, wir versuchen es stattdessen mit dem Enterhaken. Hier runter dort rauf.“
Pete mussterte skeptisch die Streinkante des Grabens.
„Runter könnte es klappen, weil wir da die Kontrolle haben und den Haken sicher befestigen können. Aber hoch? Da stecken wir, wenn es dumm kommt, richtig in der Falle. Und wir müssen den Haken erstmal wieder hoch bekommen.“

Caroll grübelte kurz und schlug dann vor:
„Lass es uns so machen: Zuerst gehe ich runter, dann schmeißt du den Haken von hier auf die andere Seite. Das dürfte einfacher gehen als von unten. Und du siehst ja dann, wo der Haken hängen bleibt. Dann kannst du besser einschätzen, wie stabil die Sache ist. Und dann tauschen wir. Na, was sagst du?“
Pete atmete einmal tief durch und antwortete:
„Ok. Na gut. Versuchen wir es.“

Enterhaken an einem Seil.

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Die Burg im Dschungel #004

Caroll durchsuchte ihre Fachliteratur über ihr Tablet dann rief sie:
„Wenn ich mich nicht täusche, war es einst das Geschlecht der von Blumenberg, das diese Burg erichtet hat. Genauer gesagt Gregor von Blumenberg. Auch genannt: Der Falkner.“
„Ach deswegen diese Statuen.“, Pete nickte in Richtung der Steinfalken vor dem Tor.
„Ja, genau. Die Falknerrei war wohl das größte Hobby dieses von Blumenberg. Aber er richtete sie nicht zur Jagd ab, sondern einige als Kampftiere und andere als Boten. Die Falken, aber auch andere Vögel, waren Bestandteil seiner Verteidigungsstrategie.“
„Das ist ja mal interessant. Und ungewöhnlich. Aber im Moment zweifel ich ein wenig an der Verteidigungsstrategie dieses Herrn.“
„Warum das?“, wunderte sich Caroll.
„Na ja, soweit ich weiß, waren Burggräben ein wichtiger Bestandteil in der Verteidigung einer Burg. Hier ist keiner. Den Belagerern stellt sich nur dieses Tor in den Weg. Und so, wie die Überreste des Tors vermuten lassen, war es ein einfaches Holztor, das nicht all zu viel Widerstand gegen einen gewöhnlichen Rammbock geleistet haben dürfte. Da könnte man das Tor auch gleich weglassen.“
„Hm, das stimmt. Aber ansonsten ist die Burg schwer zugänglich. Überall steht sie auf steilen Felsen. Angreifer wurden praktisch zum Haupttor gezwungen. Vielleicht ist das der Trick. Aber lass uns nachsehen, was drinnen auf uns wartet.“

Sie packten ihre Sachen und traten ehrfürchtig durch das Tor. Doch schon nach wenigen Metern kamen sie wieder zum Stehen. Der gepflasterte Weg hatte sie einen steilen Anstieg hinauf und um eine Biegung direkt vor einen tiefen und breiten Graben geführt.
Pete staunte: „Das ist ja schlau. Anstatt einen Graben um die ganze Burg zu ziehen, führen sie den Gegner in einen engen, rutschigen Gang vor einen innenliegenden Graben. Damit sitzen die Angreifer in der Falle und können von oben bekämpft werden. Sogar von mehreren Ebenen.“
Pete zeigte auf die Befestigungsanlagen über ihnen, die sich hinter dem nächsten Burgtor auftürmten.
Caroll war ebenfalls begeistert. Sie zeigte auf zwei riesige Steingötzen, die mit weit geöffneten Mündern den Anfang und das Ende des des Grabens markierten.
„Schau, im Moment fließt durch die Öffnungen nur wenig Wasser. Ich vermute aber, dass im Ernstfall große Wassermengen durch diese Kanäle gespült werden konnten.“

Burggraben.

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Die Burg im Dschungel #003

„Na dann lass uns doch dort hoch laufen. Sieht so aus, als kämen wir da schneller voran.“, schlug Pete vor. Caroll nickte und stapfte los.
Pete schulterte das Kamerastativ und folgte ihr. Der Weg führte in langen Schleifen der Berg hinauf, dafür war der Anstieg nun nicht mehr so steil und weniger dicht bewachsen.
Alle paar Meter gab der Wald den Blick nach oben auf die Burg frei. Langsam konnten sie die tatsächliche Größe erahnen.

Nach etwa einer halben Stunde endete der Weg und sie standen vor dem größtenteils intakten Haupttor der Burg. Hier machten sie erneut Rast und bestaunten eine Weile lang die hohen Mauern, die komplizierte Bauweise und die verschnörkelten Verzierungen. Besonders die fast lebendig wirkenden Steinfiguren, wie sie vor dem Haupttor, aber auch an anderen Stellen der Burg augestellt waren, hatten eine besondere Wirkung auf die Beiden. Pete holte seine Kamera hervor und machte wieder einige Bilder. Caroll versuchte derweil das überwucherte Wappen über dem Tor zu erkennen und zuzuordnen.

Burgtor.

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Die Burg im Dschungel #002

Pete stützte sich auf das Stativ, das er für die Fotos mitgeschleppt hatte, die er für die wissenschaftlichen Publikationen seiner Mutter, aber auch für seinen Foto-Blog schießen wollte. Seit zwei Jahren arbeiteten sie nun so zusammen und inzwischen waren sie ein eingespieltes Team. Anfangs bemängelte Caroll noch, dass seine Fotos zu künstlerisch waren; zu wenig sachlich neutral. Deswegen machte Pete meist mehrere Fotos von jeder Fundstelle. Zunächst die sachlichen Bilder für seine Mutter, dann die künstlerischen für sich.

Während der kurzen Verschnaufpause blickten die beiden sich um und Pete fotografierte den Turm und die Umgebung.

Caroll erklärte: „Hm, das ist wohl nur der erste Wachturm. Wir müssen noch weiter hinauf zur eigentlichen Burg.“
Pete zeigte auf eine breite, ebene Trasse, die langsam den Berg hinauf führte und etwas flacher bewachsen schien, als der restliche Wald.
„Ob das mal eine Straße war?“
Caroll nickte.
„Ja, war es. Noch bis Ende des letzten Jahrhunderts konnte man mit dem Auto bis vor das Haupttor fahren.“

Überwucherte Straße.

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Die Burg im Dschungel #001

Pete stapfte einige Meter hinter Caroll, seiner Mutter, durch den dichten Urwald. Hin und wieder schnellten Äste zurück, die seine Mutter nicht mit der Machete erwischt und nur zur Seite gedrückt hatte und er wollte nur ungern von diesen Ästen getroffen werden.

Schweiß lief von seiner Stirn an diesem heißen Januartag. Pete konnte sich nicht vorstellen, dass in dieser südlichen Gegend einst Schnee gefallen sein sollte. So stand es zumindest in den historischen Aufzeichnungen, die ihm seine Mutter gezeigt hatte.
„Hier ist es!“, Caroll zeigte den Berg hinauf.
Als Petes Blick ihrem Fingerzeig folgte, sah er die Überreste eines Turms. Sandsteinquader lagen im Gras rund um die Grundmauern verstreut.

Ruine eines Turms im Wald.

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Spaziergang in Winterkälte

Das weite Himmelmeer
In strahlendem Blau
Liegt völlig ruhig

Die dünnen Eisplatten
Unter den Schuhen
Krachen laut und satt

Die klirrende Winterluft
Kriecht frisch und hart
In alle Enden der Lunge

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