Schlagwort-Archive: Nacht

Lichtkraft

Wenn der Winter langsam
In unser Leben zieht
Uns täglich mehr
Die Sonne entzieht

Dann spüren wir
Die Anziehungskraft
Der Lichter
Umso mehr

Den Sternenhimmel
Wollen wir uns kopieren
Aus Bauwerken werden
Kunstwerke des Lichts

Beleuchtete Bürogebäude im Dunkeln am Bahnhof.

Der perfekte Kontrast
Schwarz und Weiß im Widerstreit
Licht wehrt sich gegen
Die verschluckende Dunkelheit

© Hannes Hartl, 14. Dezember 2018

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Eingeordnet unter Liebesschnipsel, Lyrik

Sommernachts

Sommernachts
Ist die Stadt
Eine Andere

Sommernachts
Lernst du sie
Neu kennen

Ganz andere
Einblicke
Gestänke
Geräusche

Ganz andere
Szenen
Dialoge
Protagonisten

Und doch
Diesselbe Stadt
Sommernachts

Stadtstraße bei Nacht.

© Hannes Hartl, 01. August 2018

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Mondmilch

Wie Milch fließt der Regen im Mondschein über das Kopfsteinpflaster. Mit leerem Blick beobachtet Rick die unzähligen Tropfen. Sie fallen auf die Steine, prasseln davon ab, strömen in kleinen Rinnsalen in die Fugen und werden schließlich zu Miniaturseen aus Mondmilch.

Rick konzentriert sich komplett auf den Regen und für ein paar kostbare Momente herrscht so etwas wie Ruhe in seinem Kopf.
Das war doch mal seine Stärke gewesen. Volle Konzentration. Das Ding eiskalt durchziehen. Einen klaren Kopf behalten. Warum hatte er es dieses Mal nicht hinbekommen? Dieses eine verdammte Mal.

Rick schüttelt seinen Kopf, blickt in den Becher in seiner Hand und schwenkt den Inhalt vorsichtig hin und her. Ein Schluck bleibt ihm noch.
Normalerweise hatte er kein Problem mit seinem Job. Er konnte nicht sagen, dass er liebte, was er tat. Aber wer konnte das schon. Er tat eben, was er gut konnte. Doch dieses Mal hatte er versagt.

Ihr Gesicht erscheint wieder und wieder vor seinem inneren Auge. Ihr trauriger Blick als sie sagte:
„Ich weiß, dass Tom dich geschickt hat. Ich weiß, dass du nichts dafür kannst, Rick. Lass es uns hinter uns bringen.“
Doch er konnte es nicht tun. Er hatte die Pistole sinken lassen. Sie war ihm um den Hals gefallen und flüsterte:
„Tu das nicht, Rick. Nicht für mich. Du weißt, was das bedeutet.“
Er wusste es. Er kannte die Regeln. Das Gesetz aus Blut und Blei. Er genoß für einen Augenblick noch ihre Wärme, ihren Duft, ihre weichen Finger auf seinem Arm. Dann schob er sie von sich. Nicht grob, aber bestimmt.

Sie blickten sich in die Augen, doch er konnte ihren Blick nicht lange erwidern. Sonst hätte er sich wieder darin verloren. Wie er sich damals schon darin verloren hatte, als sie in seine Klasse gekommen war. Wie er sich immer wieder darin verloren hatte, bis sie sich aus den Augen verloren hatten.
„Geh jetzt, Mia.“, stieß er hervor.
Sie zögerte noch. Blickte suchend umher. Rang mit den Worten. Doch es gab nichts mehr zu sagen außer:
„Danke, Rick.“

Als sie in den Regen hinauslief, sah er ihr noch ein Weile hinterher. Warum musstest du dich damals für Tom entscheiden, Mia? Ausgerechnet Tom, diesen Wichser. Und warum in aller Welt hatte Rick diesen Auftrag angenommen? Er hätte sie schon auf dem Foto erkennen müssen. Aber sie hatte sich sehr verändert seit damals. Und sie war getarnt. Tom muss gewusst haben, dass er sie nicht töten könnte. Dieser Bastard. Wollte er ihn auf die Probe stellen?

Er steckte die Waffe in seine Jacke. Dann trat auch er in den Regen und fing an zu gehen. Wohin, das wusste er nicht. Er ließ seine Füße entscheiden. Einfach nur weg. Weit weg. Auch, wenn er wusste, dass es nichts bringen würde, sein Überlebenstrieb klammerte sich an diesen letzten Strohhalm. Weg, Rick. Geh einfach weg.

Irgendwann war er mit völlig durchnässter Kleidung in einem Banhofs-Café gelandet. Er hatte keine Ahnung, wie spät es war. Ihm war kalt. Er brauchte etwas, um sich zu wärmen und bestellte einen Kaffee.

Er blickt wieder in seinen Pappbecher, seufzt und trinkt den letzten Schluck aus. Dann geht er hinaus.

Es ist seltsam still draußen. Kein Auto, kein Mensch, kein Leben. Nur der Regen und das Kopfsteinpflaster und nun Ricks Schritte. Nach einigen Metern hört er eine bekannte Stimme hinter sich:
„Richard! Richard Stern!“
Niemand nennt ihn Richard. Niemand nennt ihn so, nichtmal seine Eltern. Nur einer nennt ihn Richard.
„Das war ein Fehler, Richard!“
Rick müsste sich eigentlich geschmeichelt fühlen. Tom kümmert sich selbst um die Sache. Doch Rick ist es egal. Er geht weiter ohne sich umzudrehen, ohne zu zögern. Er spürt kaum den Einschlag in seinem Rücken. Auch nicht den zweiten oder den dritten. Er hört nicht die Schüsse. Er konzentriert sich auf den Regen und geht weiter. Er konzentriert sich auf die unzähligen Tropfen. Sie fallen auf die Steine, prasseln davon ab, strömen in kleinen Rinnsalen in die Fugen und werden schließlich zu Miniaturseen aus Mondmilch. Mondmilch, die sich rosa färbt, als Rick aufs Pflaster niedersinkt.

Pfütze auf Kopfsteinpflaster.

© Hannes Hartl, 25. Juli 2018

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Eingeordnet unter Kurzgeschichtliches

Zu wach

Keinen Schlaf finden
Weil der Kopf
Nicht müde wird
Sich Gedanken
Zu machen

Eule mit offenen Augen.

Keine Ruhe finden
Weil das Herz
Noch so aktiv
Seine Ströme
Fließen lässt

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Eingeordnet unter Liebesschnipsel, Lyrik

Heimweg unter Sternen

Über mir
In großer Ferne
Auf schwarz
Das Zauberspiel
Der Sterne

image

Lichter einer Stadt in der Nacht

Vor mir
Nicht all zu weit
Die Stadt
Im Tal
Im Lichterkleid

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Eingeordnet unter Impressionen, Liebesschnipsel, Lyrik

Heiligkeit der Nacht

Lichter
Durchbrechen die Dunkelheit
Wie Geschosse
Eine Wand

Stille
Wohnt hier
Längst nicht mehr
Ist rar
In diesem Land

Etwas
Scheucht uns auf
Zieht an uns
Mit aller Macht

Warum sonst
Kämpfen wir
Einen Feldzug
Gegen die Nacht

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Eingeordnet unter Liebesschnipsel, Lyrik

Nacht fließt ein

Langsam und lautlos
Kriecht die Dunkelheit
In den Tag

Als ob jemand
Einen Tropfen
Schwarzer Tinte
Ins Wasser
Fallen ließ

Die Nacht
Kündigt sich an
Mit ihren
Zaubern

Einerseits ist sie
Bedrohlich undurchdringlich
Erschreckend düster
Scheint ewig leer

Andererseits ist sie
Voll Glitzern und Funkeln
Ein Band gespickt
Mit abertausend Edelsteinen

Doch erst
Auf dem Höhepunkt
Der Finsternis
Spürt man
Die volle Schönheit
Und all die Kälte
Der Nacht

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