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Die Burg im Dschungel #008

Meter für Meter stieg die Bewunderung für seine Mutter. Offensichtlich war sie noch immer in bester Form. Ihm hätte wohl ein wenig mehr Training nicht geschadet. Doch gleich war es ja geschafft. Er musste nur noch einen Schritt nach oben, dann hatte er die Kante erreicht.
Mit einem Mal sackte Pete nach unten. Das Seil gab plötzlich nach. Pete sah sich schon am Boden aufschlagen, doch kurz vor dem Boden einem straffte sich das Seil wieder und die Seilbremsen in Petes Klettergurt verhinderten den Aufprall.

Pete stürzt ab.

„Alles klar bei dir, Pete?“, rief ihm seine Mutter von oben zu.
„Erstmal schon, aber was ist mit dem Haken?“
„Warte, ich schau nach.“ antwortete sie und verschwand aus Petes Sichtfeld.
Pete nutzte die Wartezeit, um ein wenig durchzuatmen.
Lange konnte er sich allerdings nicht entspannen. Zunächst war es nur ein fernes Gurgeln, das er nicht weiter beachtete. Doch schon bald schwoll es zu einem bedrohlichen Donnern und Rauschen an. Dann schossen die Wassermassen auch schon aus dem Mund des Götzen. Schnell füllte sich der Graben.
Panisch fing Pete wieder an zu klettern.

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Die Burg im Dschungel #006

So machten sie sich also ans Werk. Pete befestigte das Seil mit dem Haken in einer geeigneten Vertiefung. Dann ließ er das andere Seilende in den Graben hinab.
Caroll legte derweil ihren Klettergurt an. Nachdem auch Pete seinen Klettergurt angelegt hatte, hängte Caroll sich ein und seilte sich dann vorsichtig ab. Pete beobachtete den Vorgang, immer noch skeptisch, von oben.
Unten angekommen hängte Caroll das Seil aus ihrem Gurt und Pete zog es wieder hoch. Nun knotete Pete Carolls Rucksack ans Seil und ließ in zu seiner Mutter hinab.
Anschließend zog er das Seil wieder zu sich hoch und versuchte sich daran, den Haken sicher auf die andere Seite zu werfen. Damit das Seil ihm nicht aus Versehen beim Werfen aus der Hand rutschte, knotete er es an seinem Gurt fest.
Nach einigen Versuchen gelang es ihm schließlich, eine geeignete Stelle zu treffen. Der Haken blieb an einer Ecke des Torbogens hängen und bohrte sich etwas in den Sandstein. Pete prüfte mit kräftigen Rucken den Sitz des Hakens. Als er zufrieden war, lockerte er den Knoten an seinem Gurt und ließ das Seil wieder zu seiner Mutter hinab.
Sie hängte das Seil abermals in ihren Gurt ein, knotete das untere Seilende an ihren Rucksack und begann den Aufstieg. Die Beine fest gegen die Grabenwand gepresst zog sie sich allmählich empor.
Auch wenn es bei ihr fast leicht aussah, wie sie die Wand hinaufstieg, jubelte sie erleichtert, als sie oben angelangt war.
Auch Pete wischte sich erleichter über die Stirn: „Da zahlt es sich aus, dass ich dich für’s Klettern begeistern konnte!“
Caroll lachte: „Ich geh ja auch jede Woche, im Gegensatz zu einem gewissen Herrn. Mal schaun, wie der sich schlägt.“
Nachdem sie ihren Rucksack zu sich hochgezogen hatte, nahm sie den Haken und schleuderte ihn zurück auf Petes Seite.

Frau klettert in einem Burggraben.

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Die Burg im Dschungel #004

Caroll durchsuchte ihre Fachliteratur über ihr Tablet dann rief sie:
„Wenn ich mich nicht täusche, war es einst das Geschlecht der von Blumenberg, das diese Burg erichtet hat. Genauer gesagt Gregor von Blumenberg. Auch genannt: Der Falkner.“
„Ach deswegen diese Statuen.“, Pete nickte in Richtung der Steinfalken vor dem Tor.
„Ja, genau. Die Falknerrei war wohl das größte Hobby dieses von Blumenberg. Aber er richtete sie nicht zur Jagd ab, sondern einige als Kampftiere und andere als Boten. Die Falken, aber auch andere Vögel, waren Bestandteil seiner Verteidigungsstrategie.“
„Das ist ja mal interessant. Und ungewöhnlich. Aber im Moment zweifel ich ein wenig an der Verteidigungsstrategie dieses Herrn.“
„Warum das?“, wunderte sich Caroll.
„Na ja, soweit ich weiß, waren Burggräben ein wichtiger Bestandteil in der Verteidigung einer Burg. Hier ist keiner. Den Belagerern stellt sich nur dieses Tor in den Weg. Und so, wie die Überreste des Tors vermuten lassen, war es ein einfaches Holztor, das nicht all zu viel Widerstand gegen einen gewöhnlichen Rammbock geleistet haben dürfte. Da könnte man das Tor auch gleich weglassen.“
„Hm, das stimmt. Aber ansonsten ist die Burg schwer zugänglich. Überall steht sie auf steilen Felsen. Angreifer wurden praktisch zum Haupttor gezwungen. Vielleicht ist das der Trick. Aber lass uns nachsehen, was drinnen auf uns wartet.“

Sie packten ihre Sachen und traten ehrfürchtig durch das Tor. Doch schon nach wenigen Metern kamen sie wieder zum Stehen. Der gepflasterte Weg hatte sie einen steilen Anstieg hinauf und um eine Biegung direkt vor einen tiefen und breiten Graben geführt.
Pete staunte: „Das ist ja schlau. Anstatt einen Graben um die ganze Burg zu ziehen, führen sie den Gegner in einen engen, rutschigen Gang vor einen innenliegenden Graben. Damit sitzen die Angreifer in der Falle und können von oben bekämpft werden. Sogar von mehreren Ebenen.“
Pete zeigte auf die Befestigungsanlagen über ihnen, die sich hinter dem nächsten Burgtor auftürmten.
Caroll war ebenfalls begeistert. Sie zeigte auf zwei riesige Steingötzen, die mit weit geöffneten Mündern den Anfang und das Ende des des Grabens markierten.
„Schau, im Moment fließt durch die Öffnungen nur wenig Wasser. Ich vermute aber, dass im Ernstfall große Wassermengen durch diese Kanäle gespült werden konnten.“

Burggraben.

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