Schlagwort-Archive: Enterhaken

Die Burg im Dschungel #007

Nachdem Pete seinen Rucksack in Graben hinab gelassen und den Haken wieder sicher auf seiner Seite verankert hatte, begann er mit dem Abstieg.
Doch sobald er unten angekommen war, wurde es knifflig. Er musste den Haken nun gelöst bekommen. Er spannte also das Seil mit all seiner Kraft, um es dann rugartig zu lockern. Pete fluchte laut darüber, dass sie nur ein Seil mitgenommen hatten. Ihm graute schon davor, die ganze Prozedur auf dem Rückweg erneut ausführen zu müssen. Doch nach einigen schweißtreibenden Versuchen gelang es ihm.
Nun musste das Seil samt Haken also wieder auf der anderen Seite hinauf. Das war aber kein so großes Problem. Nachdem er den Haken mit einem kräftigen Schwung über die Kante befördert hatte, musste ihn Caroll nur noch aufnehmen und sicher befestigen.

Schon nach kurzer Zeit hatte sie eine geeignete Stelle gefunden. Pete rieb sich den Schweiß von den Händen und tauchte sie in den Magnesiabeutel, der zu seiner Kletterausrüstung gehörte. Dann ging es los. Auch Pete wagte den Aufstieg.

Pete schwitzt.

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Die Burg im Dschungel #006

So machten sie sich also ans Werk. Pete befestigte das Seil mit dem Haken in einer geeigneten Vertiefung. Dann ließ er das andere Seilende in den Graben hinab.
Caroll legte derweil ihren Klettergurt an. Nachdem auch Pete seinen Klettergurt angelegt hatte, hängte Caroll sich ein und seilte sich dann vorsichtig ab. Pete beobachtete den Vorgang, immer noch skeptisch, von oben.
Unten angekommen hängte Caroll das Seil aus ihrem Gurt und Pete zog es wieder hoch. Nun knotete Pete Carolls Rucksack ans Seil und ließ in zu seiner Mutter hinab.
Anschließend zog er das Seil wieder zu sich hoch und versuchte sich daran, den Haken sicher auf die andere Seite zu werfen. Damit das Seil ihm nicht aus Versehen beim Werfen aus der Hand rutschte, knotete er es an seinem Gurt fest.
Nach einigen Versuchen gelang es ihm schließlich, eine geeignete Stelle zu treffen. Der Haken blieb an einer Ecke des Torbogens hängen und bohrte sich etwas in den Sandstein. Pete prüfte mit kräftigen Rucken den Sitz des Hakens. Als er zufrieden war, lockerte er den Knoten an seinem Gurt und ließ das Seil wieder zu seiner Mutter hinab.
Sie hängte das Seil abermals in ihren Gurt ein, knotete das untere Seilende an ihren Rucksack und begann den Aufstieg. Die Beine fest gegen die Grabenwand gepresst zog sie sich allmählich empor.
Auch wenn es bei ihr fast leicht aussah, wie sie die Wand hinaufstieg, jubelte sie erleichtert, als sie oben angelangt war.
Auch Pete wischte sich erleichter über die Stirn: „Da zahlt es sich aus, dass ich dich für’s Klettern begeistern konnte!“
Caroll lachte: „Ich geh ja auch jede Woche, im Gegensatz zu einem gewissen Herrn. Mal schaun, wie der sich schlägt.“
Nachdem sie ihren Rucksack zu sich hochgezogen hatte, nahm sie den Haken und schleuderte ihn zurück auf Petes Seite.

Frau klettert in einem Burggraben.

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Die Burg im Dschungel #005

Nachdem die Beiden den eng ummauerten Burggraben ausgiebig begutachtet und fotografiert hatten, widmeten sie sich der entscheidenden Frage: Wie sollten sie auf die andere Seite gelangen? Die Überreste der Zugbrücke, die einst den Burgbewohnern Zutritt ermöglicht hatte, lagen morsch im Graben. Die eiserenen Ketten, mit denen man die Brücke hoch und runter gelassen hatte, hingen rostend aus den dazugehörigen Öffnungen in der Burgmauer.

„Wir könnten einen Baum aus dem Wald holen und über den Graben legen.“, schlug Pete vor. Doch Caroll schüttelte den Kopf.
„Zu zweit und ohne Kettensäge brauchen wir ewig, den passenden Baum zu finden und her zu schleppen. Wenn wir das überhaupt zu zweit schaffen würden. Ich schlage vor, wir versuchen es stattdessen mit dem Enterhaken. Hier runter dort rauf.“
Pete mussterte skeptisch die Streinkante des Grabens.
„Runter könnte es klappen, weil wir da die Kontrolle haben und den Haken sicher befestigen können. Aber hoch? Da stecken wir, wenn es dumm kommt, richtig in der Falle. Und wir müssen den Haken erstmal wieder hoch bekommen.“

Caroll grübelte kurz und schlug dann vor:
„Lass es uns so machen: Zuerst gehe ich runter, dann schmeißt du den Haken von hier auf die andere Seite. Das dürfte einfacher gehen als von unten. Und du siehst ja dann, wo der Haken hängen bleibt. Dann kannst du besser einschätzen, wie stabil die Sache ist. Und dann tauschen wir. Na, was sagst du?“
Pete atmete einmal tief durch und antwortete:
„Ok. Na gut. Versuchen wir es.“

Enterhaken an einem Seil.

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