Bombe

„Nur noch raus!“, dachte er und packte eilig seine Sachen. Als er den Raum verlassen hatte, merkte er erst, wie knapp vorm Platzen er war.
Erstmal durchatmen. So gut es ging.
Es gab wenig, was er so sehr hasste, wie solche Situationen. Doch warum war das bloß so? Warum griff es ihn so an? Grübelnd machte er sich auf den Heimweg.

Beim Gehen kam ihn eine Liedzeile in den Kopf:
„Manchmal möchte ich ne Bombe sein, die einfach explodiert.“

Ja, das traf es ganz gut. Manchmal ist man so geladen, dass ein kleiner Funke einen zum Wutausbruch bringen kann. Doch was bringt das? Nur noch mehr Wut und Chaos. Es zerstört mehr, als dass es hilft. Vielleicht lässt man für einen kurzen Moment etwas Druck vom Kessel, doch das auf Kosten Anderer. Ist also keine wirkliche Option.

Er zuckt mit den Schultern. Das muss sich irgendwie anders lösen lassen. Und am Besten fängt er bei sich selbst an. Hilft ja nix.

Stilisierte Bombe.

© Hannes Hartl, 03. Mai. 2019

7 Kommentare

Eingeordnet unter Gedankengänge, Liebesschnipsel

7 Antworten zu “Bombe

  1. Wer kennt das nicht, irgendwie braucht’s ein Ventil. Möglichst nicht auf Kosten anderer, das ist klar. Da heißt es an sich arbeiten und für sich eine Möglichkeit finden, Dampf abzulassen..
    Liebe Grüße Ariana

  2. Die von dir zitierte Textzeile unterscheidet sich, meiner Meinung nach, ganz wesentlich von deiner Beschreibung , weil das „möchte“ eine schwierige geistige Einstellung vermittelt, die in deinen Worten bereits vorweggenommen abgelehnt wird. Wer expoldieren möchte, unterdrückt seine Impulse nicht aus Charakterstärke, sondern vielleicht nur, weil die Berrherschung nur diesmal noch reicht, aber vielleicht das nächste Mal schon nicht mehr. „Ich möchte“ zu denken, ist nur das Innehalten zuvor, aber keine vorweggenommene Ablehnung des Wutimpulses, wie du ihn äusserst.

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