Schreibsucht

Ich weiß nicht, wie es anderen Schreibenden damit geht, aber ich stehe immer wieder einer Angst gegenüber. Der Angst, irgendwann nichts mehr schreiben zu können. Der Angst, irgendwann alles geschrieben zu haben.

Wörter auf Papier.

Meist kommt dann das Leben und schenkt mir eine neue Situation oder einen neuen Blickwinkel.

Doch warum diese Angst? Wo ich doch nicht auf das kreative Schreiben angewiesen bin. Die Betonung auf das kreative Schreiben mache ich deshalb, weil ich meinen Beruf als technischer Redakteur durchaus auf das Schreiben angewiesen bin. Aber das ist eine ganz andere Art des Schreibens.

Ich denke, das kreative Schreiben ist fast zu einer Art Sucht für mich geworden. Es aktiviert zumindest mein Belohnungssystem.

Vielleicht ist der Begriff ‚Sucht‘ falsch. Es lässt sich vermutlich eher so begreifen: Ich könnte ohne das Schreiben leben, wenn es motorisch nicht mehr ginge oder es mir per Androhung des Todes verboten würde. Doch dann hätte ich vermutlich trotzdem immer wieder neue Gedichte und Geschichten im Kopf. Es ist ein Teil von mir und wenn es wegfiele, wäre ich nicht mehr ganz. Es ist also die Angst etwas zu verlieren, was mich selbst ausmacht.

Aber zur Not schreib ich einfach über das Schreiben und warte auf das nächste Geschenk. ;)

© Hannes Hartl, 07. Dezember 2018

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33 Kommentare

Eingeordnet unter In eigener Sache, Liebesschnipsel

33 Antworten zu “Schreibsucht

  1. Nicht auszudenken, wie es solchen ergeht, die echt unter Androhung des Todes in einer Gefängniszelle sitzen…

  2. Kann ich gut nachvollziehen. 🙂 Auch, dass es eine Art Belohnung für dich ist. Ich finde das Schreiben sehr entlastend, danach fühlt man sich immer weniger gestresst, weil man seine Gedanken aufschreiben (und dadurch auch sortieren?) kann. Wenn ich manchmal eine tolle Idee habe, über die ich schreiben möchte, dann bin ich oft ganz aufgeregt und erst beruhigt, wenn ich es niedergeschrieben habe. Demnach glaube ich schon, dass man das Schreiben als kleine Sucht bezeichnen kann! 🙂

  3. Für mich ist schreiben wichtig, vor allem dichten. Oft habe ich eine Schreibblockade oder die Muse fehlt mir, das macht mich traurig. Es ist wohl, wie du schreibst, weil es ein Teil von einem selbst ist und sich ausdrücken möchte..
    Liebe Grüße Ariana

  4. Ja, das kenne ich auch: diese Angst, eines Tages nicht mehr schreiben zu können. Erfahrungsgemäß gibt es auch immer wieder mal Phasen, in denen ich nicht schreiben kann – aber meistens möchte ich in diesen Phasen auch gar nichts schreiben, weil ich dann mit anderen Dingen beschäftigt bin.
    Aber nie wieder schreiben zu können? Das wäre fürchterlich… ! Aber:
    das wird mit Sicherheit nicht passieren – und mit Sicherheit wird es auch dir nicht passieren, lieber Hannes! Wieso bin ich mir da so sicher?
    Nur so ein Gefühl… ! Aber mit meiner Intuition lag ich bisher fast immer richtig – und gerade wir, die wir schreiben, können und müssen schließlich unserer Intuition vertrauen… ! : )
    Viele liebe Grüße, Hannah

    • Dein Kommentar stimmt mich grad sehr fröhlich. :D
      Vielen Dank, liebe Hannah.
      Du hast natürlich sehr wahrscheinlich sehr recht. Das wird nicht passieren. :)
      Ganz liebe Grüße zurück.

  5. Solange du so einen Beitrag schreibst, wird dir das garantiert nicht passieren. Du hast ja nicht nur „Schreibtalent“ sondern auch „Maltalent“. Menschen die neugierig bleiben, haben immer etwas zu erzählen….Ich schreibe mal weniger , mal mehr. In jungen Jahren habe ich meine Tagebücher gefüllt und heute befülle ich meinen blog (nach Lust und Laune, ganz ohne Druck)…gerade habe ich wieder einen Flow, kann morgen schon wieder anders sein. ALs ich mit dem blog angefangen habe, habe ich einen oder max. 2Beiträge in der Woche geschrieben, dann lange gar nichts und dann spudelte es wieder aus mir heraus :_) ich lasse die Dinge einfach laufen….wenn ich eine Schreibblockade bekommen sollte, dann fange ich an zu malen ;-)….meine Kreativität findet einen Weg…toller Beitrag Hannes! Du bist technischer Redakteur….hm…was kann ich mir darunter vorstellen?

  6. ellen

    Hallo Hannes, ich glaub so ähnlich geht es mir mit dem Fotografieren, es ist besonders in dieser Jahreszeit traurig wenn die Welt gar nicht hell werden will. Da muss mann ganz genau hingucken um das Schöne zu sehen.
    Aber ich denke es ist ein wichtiges befriedigendes Hobby – da geht immer was ;-)
    Liebe Grüße
    Ellen

    • Interessanter Aspekt. Danke für deinen Denkanstoß und deine Grüße, liebe Ellen. Ich grüße gern zurück. :)
      So gesehen sind wir kreativ, weil wir die Welt nicht einfach hinnehmen als grau und trist. Sondern wir geben was von uns dazu (Gedanken, Gefühle, Blickwinkel…) um die Farben der Welt immer wieder neu zu entdecken. Der Gedanke gefällt mir. :)

  7. So weit ich weis gibt es zwei Arten von Menschen die Schreiben. Die eine Art schreibt um ihrer selbst Willen. Die haben nie Druck, da sie ja nur für sich selbst schreiben, selbst wenn sie es veröffentlichen. Die Anderen schreiben, weil sie ihre Gedankenwelt teilen möchten. Diese Art ist unterteilt in Unterarten.Je nach Anspruch und Verlangen haben sie mehr oder weniger Druck sich mitteilen zu müssen. Ich selbst schreibe ohne Druck aber mit Interesse. Es interessiert mich, wie Leute auf das was ich so von mir gebe, reagieren. Es ist mir dabei nicht wichtig ob sie meiner Meinung sind oder nicht. Mich interessiert ihre Reaktion darauf. Wie sehen meine Gedanken in einer Welt aus, die nicht meine Welt ist. Was machen die Anderen daraus? Können sie meinen Gedanken folgen? Wollen sie meinen Gedanken folgen? Es ist für mich faszinierend, meine Gedanken dann in den Kommentaren, von Anderen interpretiert zu lesen. Das eröffnet neue Perspektiven, neue Denkansätze in mir. Aber nur in bestimmten Artikel die ich schreibe. In den meisten teile ich nur mit was gerade in mir vor geht. Ich erfreue mich dann daran, das sie etwas daraus gewinnen konnten für sich. Spaß, Freude, Zeitvertreib, Nachdenken, Unterhaltung, oder was auch immer.Auch mir bringt es viel, da ich meinen Kopf frei mache damit. Frei für neue Gedanken, neue Welten. Besonders gerne nehme ich einzelne Wörter und lasse dann meinen Gedanken freien Lauf. Wie in Rainbow. Das Wort kam mir in den Kopf und fünf Minuten später gab es den Artikel.Schreiben ist für mich Magie. Aus dem Nichts, durch Zauberhand, entstandene Sätze.Und wie du in diesem kurzen Kommentar :) sehen kannst, geht es öfters mal, mit mir Schreib technisch durch.
    Lg Robert

    • Da geb ich dir Recht. Es ist sehr spannend, die welche Resonanz die eigenen Gedanken auslösend und zu schauen, welcher Teil der Magie, die man beim Erschreiben gespürt hat, bei anderen ankommt. Und ja, auch die vielen anderen möglichen Blickwinkel zu finden ist spannend. :)
      Danke, für deinen anregenden Kommentar

  8. Ich glaube, es geht tatsächlich allen schreibenden so.. und die Angst zeigt ja auch irgendwie, dass das Schreiben uns wichtig ist. :) sonst wäre es uns egal, diese Fähigkeit zu verlieren…!? Zudem kann dir niemand deine Worte und Gedanken und Kreativität nehmen! Glaube phasenweise schlafen sie, was manche als Schreibblockade sehen, aber weg sind sie ja dennoch nicht. :) Danke für deinen Denkanstoss!

  9. Begrüßt haben wir uns ja schon:)

    Schreiben ist für mich meine Berufung! Und mit meiner Seite/Blog gehe ich dieser nun Stück für Stück nach.
    Alles andere ist Arbeit für mich, wenn es darum geht, Geld damit verdienen zu müssen, um einen gewissen Lebensstandard zu finanzieren.

    Ich weiß was ‚Sucht‘ Ist, weil ich weiß, das ich es bin. Und Du Gast Recht, wenn Du sagst, das dieses Wort den Sinn nicht wirklich trifft.

    Konsum ist mein Wort dafür. Denn das ist es, was uns ein ge prägt wurde.

    Du schreibst mit dem Herzen und das ist Frei von jeglichem Konsum. Wie Du damit umgehst ist entscheident.

    Sei lieb gegrüßt Christian

  10. Kenne ich 😂 aber verlass dich drauf. Dein Kopf wird nie leer werden

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