Monatsarchiv: Dezember 2018

Vom Leben gezeichnet

Linien und Flächen
Von Meister Leben
Auf die Leinwand
Des Zufalls geworfen

Gesicht auf grauem Hintergrund.

Ist es unser Blick
Der aus
Linien und Flächen
Ein Kunstwerk macht?
Sehen wir es hinein?

Denn was einer
Als Kunstwerk sieht
Ist vielleicht
Nur Schmutz
Auf einem Eimer

Mülleimer mit Schmutzfleck.

Doch die Schönheit
Ist auch ohne uns
Schon in der Welt
Ob wir hinsehen
Oder nicht

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Lichtkraft

Wenn der Winter langsam
In unser Leben zieht
Uns täglich mehr
Die Sonne entzieht

Dann spüren wir
Die Anziehungskraft
Der Lichter
Umso mehr

Den Sternenhimmel
Wollen wir uns kopieren
Aus Bauwerken werden
Kunstwerke des Lichts

Beleuchtete Bürogebäude im Dunkeln am Bahnhof.

Der perfekte Kontrast
Schwarz und Weiß im Widerstreit
Licht wehrt sich gegen
Die verschluckende Dunkelheit

© Hannes Hartl, 14. Dezember 2018

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Entschlüsseln

Kannst du mich entschlüsseln
Meine Botschaften dechiffrieren?
Oder drehst du verdutzt die Scheiben
Weil die Zeichen falsch stehen?

Decodierscheibe.

Hab ich dich richtig verstanden
Zwischen deinen Zeilen gelesen?
Oder hab ich die falschen Codes?
Kommen deine Signale nicht an?

Manchmal
Funkt man auf der selben Frequenz
Und das Verstehen ist ganz leicht

Manchmal
Hört man nur Fetzen im Rauschen
Und jedes Wort ist Anstrengung

Manchmal
Kann man die Einstellung ändern
Um den Empfang zu verbessern

Manchmal
Schaltet man besser auf Funkstille
Um keinen kalten Krieg auszulösen

© Hannes Hartl, 13. Dezember 2018

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Schreibsucht

Ich weiß nicht, wie es anderen Schreibenden damit geht, aber ich stehe immer wieder einer Angst gegenüber. Der Angst, irgendwann nichts mehr schreiben zu können. Der Angst, irgendwann alles geschrieben zu haben.

Wörter auf Papier.

Meist kommt dann das Leben und schenkt mir eine neue Situation oder einen neuen Blickwinkel.

Doch warum diese Angst? Wo ich doch nicht auf das kreative Schreiben angewiesen bin. Die Betonung auf das kreative Schreiben mache ich deshalb, weil ich meinen Beruf als technischer Redakteur durchaus auf das Schreiben angewiesen bin. Aber das ist eine ganz andere Art des Schreibens.

Ich denke, das kreative Schreiben ist fast zu einer Art Sucht für mich geworden. Es aktiviert zumindest mein Belohnungssystem.

Vielleicht ist der Begriff ‚Sucht‘ falsch. Es lässt sich vermutlich eher so begreifen: Ich könnte ohne das Schreiben leben, wenn es motorisch nicht mehr ginge oder es mir per Androhung des Todes verboten würde. Doch dann hätte ich vermutlich trotzdem immer wieder neue Gedichte und Geschichten im Kopf. Es ist ein Teil von mir und wenn es wegfiele, wäre ich nicht mehr ganz. Es ist also die Angst etwas zu verlieren, was mich selbst ausmacht.

Aber zur Not schreib ich einfach über das Schreiben und warte auf das nächste Geschenk. ;)

© Hannes Hartl, 07. Dezember 2018

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Raubtier

Wie heißt
Das größte, schnellste, stärkste
Raubtier auf dieser Erde?

Es ist die Gier
Sie frisst alles auf
Sie frisst uns a…

Raubtier mit weit geöffnetem Maul.

© Hannes Hartl, 04. Dezember 2018

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Herzwellen

Ich spüre deine
Herzwellen sanft
An meine
Herzufer schlagen

Und ich bete still
Dass sie nie
Verebben mögen

Trotz der Wirbel
In und auf
Meinem Kopf

Herz im Wasser mit ringförmigen Wellen.

© Hannes Hartl, 03. Dezember 2018

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Fragen und Antworten

Angeregt von einem Beitrag auf dem Blog Härzenswort:

Wann, womit, wo und wie schreibst du?

Inzwischen schreibe ich viel im Zug auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Heimweg. Meist auf dem Smartphone mit einer simplen Notizen-App.
Manchmal auch mit dem Kugelschreiber auf das nächste verfügbare Papier.

Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, diese Zugfahrten bewusst für meine Texte und Zeichnungen zu nutzen. So bleibe ich im Fluss. Außerdem ist dann die Zeit im Zug sinnvoll genutzt. Als Extra gibt’s auf Bahnfahrten oft interessante Menschen und Situationen zu erleben. Und man kann sich in der Ferne der Landschaft und des Himmels verlieren. So kommen oft auch die Ideen für die Texte zustande. Meist sehr spontan.
Manchmal beschäftigt mich aber auch ein Thema längere Zeit und formt sich dann irgendwann erst in Worte. Manchmal verfolge ich auch einen sehr konkreten Plan.

Ein Zug, der Blätter aufwirbelt.

Welchen fünf Themen widmest du dich deiner Meinung nach am meisten in deinen Texten?

  • Liebe
  • Natur
  • Gedanken und Gefühle
  • Tagesgeschehen
  • Andere Menschen

Was hat dich dazu bewegt, deine Texte hier zu veröffentlichen?

Ich wollte meine Texte mit anderen Menschen teilen. Eine Zeit lang hegte ich den Traum, Schriftsteller zu werden. Aber es liegt mir nicht, meine Texte zu verkaufen. Daher habe ich mich bewusst dafür entschieden, meine Texte als Hobby zu sehen und die Texte kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Wordpress war für mich zunächst einfach eine Plattform zum Veröffentlichen. Inzwischen liebe ich den regen Austausch mit anderen Bloggerinnen und Bloggern. Einerseits lese ich hier jeden Tag tolle Texte und finde schöne Fotos oder Bilder. Andererseits kommen interessante und inspirierende Gespräche in Gang.

Warum bleibst du hier anonym oder eben nicht?

Zunächst war ich hier halbwegs anonym, weil es was anderes ist, ob ich meine Texte nur engen Vertrauten zeige oder auf einen öffentlichen Blog stelle. Auch wenn das lyrische Ich nicht immer mit dem realen Ich identisch ist: Es sind doch meist meine Gedanken und Emotionen, die sich hinter den Worten verbergen. Anfangs fehlte mir das Selbstbewusstsein, meinen echten Namen darunter zu setzen.
Als dann die Datenschutzverordnung ihren großen Auftritt hatte, habe ich mich entschlossen: Ganz oder gar nicht. Gar nicht war schnell vom Tisch. Daher steht mein Name seitdem unter meinen Texten und im Impressum.

© Hannes Hartl, 30. November 2018

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