Fundstücke III: Ulrich Beck: Der kosmopolitische Blick (1)

Hier einige Zitate aus: Beck, Ulrich: Der kosmopolitische Blick. Oder: Krieg ist Frieden, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2004.

Eine interessante Einschätzung zu den Auswirkungen der modernen Informationstechnologie:

S. 157: „Je Selbstverständlicher das Fernsehen, aber auch die Mobiltelefone und das Internet zur Innenausstattung des eigenen Lebens gehören, desto mehr wird das Schneckenhaus der Privatheit zum Schein, weil es in die Prozesse der inneren Globalisierung einbezogen wird. Denn die häusliche informationstechnologische Innenausstattung hebt partiell die Grenzen von Zeit, Raum, Ort, Nähe, Ferne auf. Dies läßt die Abwesenden potentiell immer und überall anwesend sein.“

In meinen Augen weist diese Passage daraufhin, wie sehr sich die Kosmopolitisierung, wie sie Beck in seinem Buch beschreibt, an uns bereits vollzieht. Wir heben bisher feste Grenzen von Privatheit und Öffentlichkeit selbst zum Teil auf oder machen sie unscharf. Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, wie weit er dies tut, wer sich aber im sozialen Netz bewegt, schneidet meist zumindest Fenster in sein Schneckenhaus. Und das bewusst und gewollt. Dabei gilt natürlich die Binsenweisheit: Alles hat (mindestens) zwei Seiten. Chancen und Risiken. Das ist auch ein Teil dessen, was Beck als typisches Merkmal des Kosmopolitischen beschreibt: Kein Entweder-Oder, sondern ein Sowohl-als-Auch.

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