Zukunftsnebel 2 – Die Stadt aus Holz

ZUKUNFTSNEBEL 2 – Die Stadt aus Holz

Ich träume von einer Zukunft der Stadt, die mit der Natur eine Symbiose eingeht und so nicht nur für Menschen einen angenehmen Lebensraum bietet. Einen Weg dorthin zeigt die 3sat-Dokumentation „Alles Holz!“, welche zahlreiche moderne Einsatzmöglichkeiten für Holz vorstellt. Besonders beeindruckend finde ich die Möglichkeiten im Bauwesen.

Sicherlich sind Gebäude aus Holz alles andere als eine Neuigkeit. Schon immer spielt Holz eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Wohnraum zu schaffen. Neu sind jedoch mehrgeschossige Bauten, die – fast vollständig aus Holz bestehend – dem urbanen Alltag gerecht werden sollen. Bereits ein voller Erfolg ist beispielsweise der Murray Grove Tower in London. Auch in Österreich wird ein ähnliches Projekt mit dem Namen LifeCycleTower verwirklicht. Der Werkstoff Holz vereint dabei, laut der Entwickler, mehrere positive Eigenschaften, die ihn gerade für die Errichtung von Wohnräumen prädestiniert. Zum einen bestehen Vorteile beim Bau selbst. Holz lässt sich einfach zu Fertigelementen verarbeiten, was ein schnelles und effizientes Bauen ermöglicht. Außerdem reduziert sich durch diese Bauweise das Lärm- und Staubaufkommen, was zu einer geringeren Belästigung der Anwohner führt. Auch schafft Holz als natürlicher Rohstoff ein gutes Klima in den Räumen und eignet sich perfekt für die Errichtung von Passiv- oder Plusenergiehäusern.

Die größten Vorteile erweisen sich allerdings dadurch, dass Holz eine nachwachsende Ressource ist. Nicht nur, dass der Rohstoff dadurch quasi unendlich lange zur Verfügung stehen kann, muss für das Wachsen der Bäume im Grunde keine größerer Aufwand betrieben werden. Noch wichtiger ist jedoch die CO2-Speicherfähigkeit des Holzes. Denn stillschweigend vollbringen tagtäglich sämtliche Pflanzen dieses Wunderwerk: Sie benötigen zum Leben und Wachsen Kohlenmonoxid, Licht, Wasser und Nährstoffe und was sie – als schnödes Nebenprodukt – freisetzen, ist reinster Sauerstoff. Doch im Normalfall bleibt der Kohlenstoff nur über die Lebenszeit der Pflanze gebunden. Stirbt sie, gibt sie das CO2 wieder frei. Wird nun, wie bei Bauholz, der Zerfallsprozess durch Verarbeitung und Behandlung gestoppt oder zumindest verlangsamt, so kann das Klimagas sehr lange gebunden werden. So ist es zumindest möglich, durch den gezielten Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen sich Zeit zu kaufen, um die Begrenzung der Klimaerwärmung anzugehen.

Dennoch ist Holz keine Wunderwaffe. Einerseits stehen solchen Bauvorhaben wie oben genannt gerade im deutschsprachigen Raum bürokratische Hürden, was den Brandschutz anbelangt. So konnte ein Vorläuferbau des LifeCycleTowers nur mit Sondergenehmigung errichtet werden. Allerdings wird dem Projekt in London ein den Standards entsprechender Brandschutz attestiert. Zum Teil ergeben sich im Ernstfall sogar Vorteile bezügliche der Stabilität im Vergleich zu Stahlbeton. Für den großflächigen Einsatz von Holz als primärer Baustoff stellt sich auch die Frage, welche sich bei sämtlichen Verwendungsweisen und bei allen nachwachsenden Ressourcen stellt: Bis zu welchem Grad lässt sich der Rohstoffhunger moderner Gesellschaften mit nachhaltigem An- und Abbau der Rohstoffe vereinbaren? Denn Nachhaltigkeit muss der höchste Maßstab sein, wenn wir die Klimakatastrophe ernsthaft abwenden wollen, ohne zugleich die nächste Katastrophe zu kreieren.

So gesehen ist der Traum einer absoluten Symbiose von Mensch und Natur auch in den Städten sicherlich noch sehr sehr weit entfernt. Aber ist es nicht verlockend, sich solche Lebensräume im wahrsten Sinne des Wortes vorzustellen? Wie wäre es beispielsweise mit Häusern aus lebenden Bäumen und Pflanzen? Echte Baumhäuser also. ;-)

Interessante Links:
http://www.3sat.de/page/?source=/dokumentationen/155279/index.html

Klicke, um auf CREE_Standard_deutsch.pdf zuzugreifen


http://www.proholz.at/zuschnitt/33/stadthaus-london.htm

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