Monatsarchiv: März 2011

Die politische Welt und ihre Begriffe …

Wenn in Sachsen-Anhalt jetzt darüber diskutiert wird, ob eine Große Koalition weitergeführt wird, mag das politisch nachvollziehbar sein. Aber über den Begriff Große Koalition muss man wohl neu nachdenken, wenn die SPD erneut nur noch als drittstärkste Kraft im Landtag vertreten sein wird. Oder wie ist Große Koalition denn hier noch zu verstehen? Wäre nicht besser, von Schwarz-Rot zu sprechen?
Die Welt mag größere Probleme haben, seltsam ist diese (auch journalistische) Sturheit dennoch.

Hoffnung macht immerhin die große Koalition der Wähler gegen die NPD!

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Mit welchem Maß wird gemessen?

Durch die zögerliche Haltung der Bundesrepublik und der Staatengemeinschaft wird in Libyen eine Chance vergeben. Viel zu lange schon hält der Rest der Welt still. Schon vor den Aufständen in Libyen wurde das Regime Gaddafis von Europa, den USA und anderen Staaten weit über die Erträglichkeit hinaus gestützt. Jetzt müsste die Staatengemeinschaft handeln.
Es besteht die Chance, den Aufständigen einen Weg in die Demokratie zu ermöglichen. Sie haben von sich aus den Kampf aufgenommen. Sie haben um Hilfe gebeten. Wann, wenn nicht dann, wäre eine Legitimität für Hilfe gegeben?
Das Problem ist doch, wie rechtfertigt die Staatengemeinschaft ihr Nicht-Handeln? In Afghanistan und Irak waren die USA nicht zimperlich und haben sich ohne auf die Staatengmeinschaft zu warten zugeschlagen. Dort gab es keine akuten Hilferufe; keine eindeutige Indikation, die einen Krieg rechtfertigt hätte. Dort gab es ganz andere Interessen. Doch es war auch ein Angriff des Westens auf die arabische Welt. Denn die Staatengemeinschaft hat einfach zugesehen oder sogar mitgemischt. Wie soll in der arabischen Welt nun dieses Zögern verstanden werden? Vielleicht positiv bei den Machthabern. Aber als Schlag ins Gesicht für die Bevölkerung.
Nach der Geschichte des Kolonialismus und den pauschalen Angriffen auf die arabische Welt hätte gerade die westliche Staatengemeinschaft zeigen können, dass sie Verantwortung übernimmt und so einen wichtigen Schritt für das Zusammenwachsen der Nationen beitragen können.

Selbst wenn nun ein Flugverbot beschlossen würde, es käme wohl zu spät für die Demokratiebewegung in Libyen.

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Moratorium – schön und gut, aber…

… welche neuen Erkenntnisse hat die Bundesregierung denn bitte, jetzt plötzlich Sicherheitsstandards überprüfen zu wollen? Dass die Kühlung der Brennstäbe unerlässlich für den Betrieb eines Kernkraftwerks ist? Dass bei extremen Situationen wie Erdbeben oder Terrorakten Ereignisverkettungen zum Ausfall der Kühlsysteme führen können? Dass Umweltkatastrophen auch mal schwerwiegender ausfallen können, als bisher angenommen? Dass Radioaktivität schädlich für Mensch und Umwelt ist?
Entweder waren die Politiker, die gerade erst eine Laufzeitverlängerungen durchgesetzt haben fachlich völlig inkompetent, denn die Probleme, die man jetzt angibt zu suchen, können nicht so neu sein, dass man jetzt erst auf die Idee kommt, sie könnten existieren. Die andere Möglichkeit wäre, dass die ganze Aktion nichts anderes ist als schamloser Wahlkampf. Schließlich stehen wichtige Landtagswahlen kurz bevor. Dann kann Schwarz-Gelb es sich nicht leisten, dass die anderen Parteien das Thema alleine besetzen. Also muss Tatendrang bewiesen werden.
Doch was ist das für ein Tatendrang? Was passiert denn? Es wird drei Monate lang Gras über die Sache wachsen. Vielleicht wird danach sogar ein AKW abgeschaltet. Leisten kann es sich Deutschland. Wir produzieren schließlich mehr Strom, als wir verbrauchen. Doch was bleibt dann? Die großen Stromkonzerne können gelassen bleiben. Das Moratorium hebt ja nichts für immer auf. Es verschafft nur Zeit. Zeit, bis die schwere Krise in Japan allmählich von neuen Ereignissen in den Medien verdrängt wurde. Zeit, um nichts tun zu müssen.
Was soll die Prüfung schon für Ergebnisse bringen? Es wäre für die Bundesregierung all zu peinlich, wenn schwere Mängel entdeckt würden. Dann stände die Bundesregierung unter Zugzwang. Also wird nichts Gravierendes dabei herauskommen. Ein paar Kleinigkeiten, damit die Bundesregierung zeigen kann, dass die Überprüfung etwas gebracht hat und jetzt alles sicher gemacht wird.
Dass eine Risikotechnologie wie die Atomenergie niemals völlig sicher sein kann, soll durch Alibimaßnahmen vergessen gemacht werden. Und was macht das Volk?

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Die Vergewaltigung des Brotes

An eine Bäckerei (stellvertretend für alle Bäckereien und Backwarenhersteller, die auch auf diese bescheuerte Idee gekommen sind):

Sehr geehrte Damen und Herren,

können Sie mir sagen, welcher (Entschuldigen Sie mir bitte den Ausdruck) Saubachl eigentlich auf die bescheuerte Idee gekommen ist, diese Bebber ins Brot rein zu backen? Aufs Brot drauf ist ja schon nicht mehr nachvollziehbar und muss mit Verlust wertvollster Kruste (das Beste am Brot!) entfernt werden. Selbst mit chirurgischer Ausbildung und -rüstung wäre dies jedes Mal ein schwieriges und letzten Endes trauriges Unterfangen. Jetzt hab ich hier einen Laib von ihrem Brot vor mir und muss den Sch…Aufkleber nicht nur runter-, sondern auch raussäbeln! Das gute Brot!
Natürlich passiert mir das nicht zum ersten Mal, doch ich hatte noch Hoffnung, dass die Sache sich von selbst erledigt. Aber irgendwann reichts. Ich bitte Sie, diese Vergewaltigung eines Lebensmittels in Zukunft zu unterlassen. Es ist echt zu schad drum. Zumal es doch so schöne Banderolen gibt.

Mit freundlichen Grüßen

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